Veröffentlicht in Allgemein, Lehrerbildung, Praktikum

Mehr Praxis im Lehramtsstudium – Das wünsche ich mir

Ich studiere nun im 5. Semester Lehramt an Grundschulen und habe fast alle Praktika absolviert. Allerdings bleibt während universitätsgeleiteten Praktika wenig Zeit die Kinder, das Unterrichten und den Lehreralltag intensiv kennenzulernen. Oft sitzt man zu viert in einer Klasse, darf eine Stunde selbst gestalten und überbetreut die 25 Kinder zusammen mit der Lehrkraft. Außerdem gibt es neben diesen Schulkonzepten noch so viele Alternativen, die man nur selten zu Gesicht bekommt, wenn man nicht selbst die Initiative ergreift…

Deshalb habe ich mich im Februar diesen Jahres dazu entschlossen, mich bei einer Montessorischule für ein freiwilliges Praktikum zu bewerben. Die Rückmeldungen waren sehr positiv. Die Englischlehrkraft freute sich von Beginn an über freiwillige Unterstützung.

So habe ich am 29.08.2016 mein freiwilliges Praktikum an einer Montessorischule angetreten. Die 3 Wochen Praktikum in allen Englischklassen der Primar- und Sekundarstufe I haben mir so viel Einblick erlaubt wie in noch keinem Praktikum zuvor. Ich hatte die Möglichkeit, über 25 Unterrichtsstunden zu gestalten. Somit konnte ich auch miterleben, was die Kinder nach einer Stunde schon konnten und was noch nötig war, um jedem Kind zu einem individuellen Lernerfolg zu verhelfen. Die Lehrkraft hat sich nach jeder meiner Unterrichtsstunden viel Zeit genommen, Gutes und Ausbaufähiges an meiner Planung und Durchführung zu besprechen. Das war ihr nur möglich, weil ich ihre einzige Praktikantin zu der Zeit war. Das Verhältnis zu den Kindern war sehr vertraut; ich hatte die Zeit und die einmalige Möglichkeit, alle Kinder und ihr individuelles Lernverhalten kennenzulernen und zu unterstützen. Nach jedem Schultag und eigentlich auch zu jeder sich bietenden Möglichkeit, durfte ich mir all die Materialien, die sich bei der Lehrkraft über die Jahre der Erfahrung angesammelt hatten, anschauen, ausprobieren und für meine spätere Unterrichtspraxis merken. 3 Wochen später konnte ich mit vollster Überzeugung sagen, dass das Praktikum zwar anstrengender war und mehr Zeit in Anspruch nahm als andere Praktika zuvor, aber noch nie war ich so nah am Schulalltag dran.

Genau aus diesen so vielen positiven Gründen habe ich mich bereits für ein Praktikum an einer internationalen Schule beworben. Ich kann es kaum erwarten, meine Begeisterung für die englische Sprache und ihre Didaktik im Schulalltag anwenden zu können und eine Lehrkraft in ihrem Alltag zu unterstützen.

Ich rate deshalb jedem Lehramtsstudenten – nutzt so viele Situationen wie möglich, um Praktika zu absolvieren. Im regulären Studium ist oft nicht viel Platz für die Praxis, aber ihr könnt das ändern. Jede gehaltene Stunde bringt euch dem Ziel, für den späteren Schulalltag gewappnet zu sein, ein Stückchen näher. Dabei ist es besonders spannend, alternative Schulkonzepte kennenzulernen, von denen man das ein oder andere sicher lernen und übernehmen kann.

Viel Spaß in der Praxis!

 

 

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