Veröffentlicht in Praxis, Referendariat

Das Ref: woran man nicht denkt…

So, die erste Woche des Referendariates ist geschafft! Was ist mein erster Eindruck? Ja, es wird anstrengend, aber soweit sehe ich noch sehr positiv in die Zukunft und denke, dass ich mit den Schülern und Lehrern an der Schule ein gutes Verhältnis haben werde. Auf jeden Fall ist es noch nicht so schlimm, wie von manchen behauptet wird (…bis jetzt).

Was mich in der ersten Woche und den Wochen davor viel mehr beschäftigt sind all die organisatorischen Dinge, die zu beachten sind. Wohin schicke ich meine ganzen Zettel, welche muss ich in dreifacher Ausfertigung beim Kumi einreichen und wie ist das eigentlich mit dem Geld? Kommt das nun bereits im ersten vollen Monat oder kann es sich (wie auch schon gehört) um drei Monate verzögern?

Wie sich herausstellt ist der finanzielle Aspekt die größte Frage bei Referendaren. Schließlich muss man ja mit irgendetwas seinen Umzug und seine Erstausstattung kaufen, vielleicht sogar mit neuen Möbeln, den Umzug organisieren, Bücher beschaffen, Miete und Kaution (meist zwei bis drei Monatsmieten) im Voraus zahlen, ungeplante Ausgaben für Kopien aufwenden und seien wir ehrlich: ein Bier mit den neuen Kollegen sollte doch auch noch drin sein.

Wieviel Rücklagen sollte man also haben, wenn man ins Referendariat tritt? Geht man zu Veranstaltungen des BLLV erhält man dazu unterschiedlich Angaben, meist sind es in etwa 1000-1500€ die vorgeschlagen werden. Dieser Wert ist aber sehr konservativ gerechnet, wenn man bedenkt, dass alleine Miete und Kaution diesen Betrag schnell auffressen. Man möchte unter Umständen ja auch mal seine eigene Ausstattung an Möbeln haben, nachdem man nun fünf Jahre sich von Wohnheimzimmer zu teilmöblierter WG gehangelt hat. Da kann auch ein Besuch bei einem schwedischen Möbelhaus einen guten Batzen Geld kosten. Hinzu kommen Ausgaben für Versicherungen, an die man als Student noch gar nicht so richtig gedacht hat, Neuausstattung an Küchenutensilien, und und und. Wahrscheinlich könnte man die Liste noch weiter führen. Grob geschätzt jedoch erreicht man dadurch eher einen Betrag von 2000-2500€, den man als Reserve zurückgelegt haben sollte (nur für alle Eventualitäten).

Nun könnte man sagen: „Also so viel Geld zurücklegen? Ist das nicht etwas zu viel?“ Nein, ist es nicht. Es gibt so viele Dinge, an die man nicht denkt und die dann zufällig dazukommen, dass dieser Betrag gerechtfertigt wird. Da muss nur einmal beim Transport das Auto kaputt gehen oder der Laptop, wofür man dann sehr schnell einen Ersatz oder Reparatur braucht.

Und was kann dann noch passieren? Das Gehalt kommt nicht mit dem aller anderen. Der bayerische Staat arbeitet ja manchmal in geheimnisvoller Weise und so ist es bei unserer ersten Gehaltsauszahlung auch gewesen. Manche haben noch gar nichts bekommen, einige einen Betrag von 1350, andere 1700€, alle aber mit den gleichen Kriterien (unverheiratet, keine Kinder). Diese Beträge sind nur Abschläge für die Gesamtauszahlung (halb Februar und März), jedoch kann keiner sicher sein, wieviel man am Anfang bekommt – manche eben auch gar nichts. Das heißt also wieder mal bei Verwandten Geld leihen, woran man im Vorfeld nicht gedacht hatte und man weiß auch nicht, wann man denn wirklich nun sein erstes Gehalt bekommt.

Wie man sieht, ist der Einstieg ins Berufsleben doch auch nicht so einfach und günstig wie man denkt, bevor man den ersten Schritt ins Schulhaus überhaupt gesetzt hat. Also bereitet euch vor und rechnet mit einem guten Puffer. Dann wird euer Start vermutlich etwas weniger turbulent!

Gastautor Referendar S.

Autor:

Wir, die Studierenden im BLLV, sind der bayernweite Zusammenschluss der einzelnen lokalen Studierendengruppen des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands.

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